Vor dem Scherbenhaufen
Etwa 45 km südlich von Hannover liegt der kleine Ort Duingen. Er
gehört zum so genannten „Pottland“
zwischen Leine und Weser. Hier lag einst ein Zentrum der
Keramikherstellung. Die reichen Tonvorkommen bei Duingen
wurden seit dem Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert hinein zur
Herstellung von Gefäßen genutzt. 1689 gab es dort 38 Töpfereien.
Von 557 Einwohnern lebten damals 325 von diesem Handwerk!
Die Duinger Töpfer haben stets sehr professionell gearbeitet,
auch schon im Mittelalter. Beim Brennen der Keramik gehen
gleichwohl immer wieder Töpfe zu Bruch oder sie verformen sich.
Diese so genannten „Fehlbrände“ wurden im 12. und 13.
Jahrhundert auf eine große Schutthalde geworfen. Archäologen
stehen dort Jahrhunderte später wahrhaftig vor einem riesigen
Scherbenhaufen. Er ist eine wichtige historische Quelle für die
Erforschung des Töpferhandwerks.
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