Die
Axt im Moor
Über unzählige Jahrtausende hinweg war Stein in alle Teilen
Europas der wichtigste Werkstoff zur Herstellung von Waffen und
Geräten. Dazu gehörten auch effektive Äxte mit sehr scharfen
Schneiden. Im Laufe der Bronzezeit verlor das Material dann
seine Bedeutung. Fast 1000 Jahre wurden keine lang Steinäxte
mehr angefertigt. Dann plötzlich, wie aus dem Nichts, werden in
der jüngeren Bronzezeit (ca. 1200-700 v. Chr.) in
Nordwestdeutschland über 500 Jahre hinweg wieder Äxte aus Stein
produziert. Archäologen bezeichnen sie als „nackengebogene
Äxte“. Ihren merkwürdigen Namen verdanken sie einem nach unten
gebogenen Zapfen am Nacken der Axt. Die Stücke sind
ausgesprochen qualitätvoll gearbeitet - aber ihre Schneiden sind
stumpf! Wozu die unbrauchbaren Geräte dienten, wissen wir nicht.
Vielleicht waren es Kultobjekte: Viele Exemplare sind in Mooren
oder Gewässern versenkt worden. Opfergaben an die Götter?
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