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Martin Claus

Palithi

Die Ausgrabungen an der Wallburg König Heinrichs Vogelherd bei Pöhlde
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Taschenbuch - 138 Seiten (1992), ISBN 3806210683, EUR 36,00, Konrad Theiss Verlag
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Besprechung von Prof. Dr. Hansjürgen Brachmann, veröffentlicht in:
Die Kunde N. F. 45, Jahrgang 1994, S. 287-293

Martin Claus, Palithi. Die Ausgrabungen an der Wallburg König Heinrichs Vogelherd bei Pöhlde (Stadt Herzberg am Harz, Landkreis Osterode am Harz). Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens Heft 23. Kommissionsverlag Konrad Theiss Verlag Stuttgart 1992. 138 S., 32 Abb., 22 Taf. ISBN 3-8062-1068-3.

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Nach 20jähriger Grabungstätigkeit endeten 1975 die archäologischen Untersuchungen im Bereich von Königshof, Wallburg und Kloster Pöhlde. In Vorabinformationen hat der Ausgräber an verschiedenen Orten wiederholt über Zwischenergebnisse berichtet, auch erste resümierende Abschlußbewertungen erschienen in den Folgejahren. Nachdem M. Claus und M. Fansa 1983 mit Heft 18 der Materialhefte bereits "Die Keramik der jüngeren Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit und des Mittelalters aus dem Pfalzbereich von Pöhlde (Stadt Herzberg am Harz, Landkreis Osterode am Harz)" vorgelegt hatten, erschien mit Heft 23 nun der Abschlußbericht über die Grabungen im Bereich der südlich von Pöhlde auf dem Rotenberge gelegenen Wallburg König Heinrichs Vogelherd. Damit ist sowohl mit Blick auf die Lokalgeschichte als auch, und das gilt in besonderem Maße, auf die Pfalzenforschung ein neuer, wichtiger Beitrag erbracht worden, der darüber hinaus zugleich auch unsere Kenntnisse sowohl über die Grundlagen der Macht der Liudolfinger als auch ihren Aufstieg zum deutschen Königtum erhellt.
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Das Buch ist in fünf Kapitel gegliedert, die in unterschiedlichem Umfang neben den allgemeinen Grundlagen (S. 2 ff.) - darunter faßt Claus die naturräumlichen Voraussetzungen, die ur- und frühgeschichtliche Besiedlung, eine Objektbeschreibung, das Verkehrssystem und die Forschungsgeschichte zusammen - Grabungsbefunde (s. 20 ff.), Fundinterpretation (S. 55 ff.) und Katalog (S. 83 ff.) beinhalten. Es wird durch eine umfangreiche Literaturliste, 15 Fototafeln mit Darstellung der wichtigsten Befunde und 7 Tafeln mit Funden aussagekräftig ergänzt.
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Der Ort liegt am südwestlichen Harzrand. Von dem südlich anschließenden fruchtbaren Becken des Unteren Eichsfeldes trennt ihn der Nordwest-Südost streichende Höhenzug des Rotenberges. Das Land war zu keiner Zeit ein bevorzugter Siedlungsboden, obwohl die Anwesenheit von Menschen im Umfeld Pöhldes bereits seit dem späten Paläolithikum nachweisbar ist. Entscheidender für die Nutzung des Landes war wohl seine Verkehrslage. Hier trafen sich verschiedene Fernwege, die insbesondere Thüringen mit Niedersachsen verbanden. Bereits in die frühe Bronzezeit zurück scheint der auf dem Kamm des Rotenberges verlaufende Fastweg zu reichen. Ihn begleitende Hügelgräber legen diese Annahme nahe. Im frühen Mittelalter schneidet die hier interessierende Burg seinen Verlauf. Hohlwegbündel am Nordhang des Berges belegen den engen Zusammenhang der Burg mit der im Tal liegenden Siedlung Pöhlde und damit das Interesse der Ansiedler an diesem Transitweg.